Akupunktur

von Dr. med. Astrid Bernhard

© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com
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Die Akupunktur ist eine uralte chinesische Methode. Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird jedes Lebewesen von einer Lebenskraft, dem Qi, getragen. In der chinesischen Medizin ist das Qi wichtig für das allgemeine Wohlbefinden. Störungen, die zu einer Stagnation des Energieflusses im Körper führen, verursachen Erkrankungen unterschiedlichster Art.


Durch das Setzen von Akupunkturnadeln an bestimmten Punkten des Körpers kommt es zu einer Wiederherstellung  des harmonischen Fliessen des Qi.  Die Akupunkturpunkte befinden sich auf den Meridianen, Energiebahnen, die den ganzen Körper durchziehen. Sie verbinden alle Organe, Körperteile und die Hautoberfläche miteinander, nähren und wärmen sie und ermöglichen ihre harmonische Aktivität.

Die Körperakupunktur

Der Körper wird von 6 spiegelbildlichen Energiebahnen, die jeweils einem Organ zugeordnet sind, durchzogen.  Die darauf liegenden Punkte können durch Nadeln, Erwärmung (Moxibustion), Druck (Akupressur) oder Laser  behandelt werden. Dadurch kann Energie zu den gestörten Organen geschickt , oder der behinderte Energiefluss wieder harmonisiert werden.


Die Punkte können dabei lokal, am Ort der Beschwerden (bei Migräne  z.B. am Kopf) behandelt werden, oder aber auch Fernpunkte , die an den Armen und Beinen liegen, zusätzlich benutzt werden. Grundlage ist die Betrachtung des Körpers als ein Gesamtbild, nicht nur isoliert die Erkrankung, die sich nach chinesischer Sichtweise als Zeichen einer tieferliegenden Störung des harmonischen Qi-Flusses  manifestiert.

 

 

Die Ohrakupunktur

Auf dem Ohr sind ebenfalls alle Organe des menschlichen Körpers abgebildet. Durch das Setzen von sehr dünnen  und feinen Nadeln am Ohr  kann die Körperakupunktur in der gleichen Sitzung unterstützt werden. Zusätzlich können nach einer Behandlung sogenannte Ohrdauernadeln in Form winziger „Reissnägeli“  gesetzt werden, die dann für  5 bis 14 Tage im Ohr verbleiben. So kann man über einen längeren Zeitraum eine gute Wirkung auf den Energiefluss erreichen. Ebenfalls gibt es kleine Ohrsamenpflaster, die durch das Aufkleben auf die Ohrmuschel durch den Patienten selbstständig mehrmals am Tag kurz durch Drücken stimuliert werden können  (Akupressur). Dadurch wird die Wirkung der Akupunkturbehandlung verlängert.
Besonders wird die Ohrakupunktur  mittels Dauernadeln bei chronischen Schmerzen und bei der Raucherentwöhnung genutzt.

 

Ablauf der Akupunkturbehandlung

© F.Schmidt - Fotolia.com
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Nach einem ausführlichen Erstgespräch wird mittels Puls-und Zungendiagnose versucht, das zugrunde liegende Störungsmuster detailliert zu erfassen und einen Einblick in die Energiesituation des Körpers zu gewinnen.

Wenn sich die Indikation für eine Akupunkturbehandlung ergibt, werden dann durch das Setzen von anfangs wenigen (5 bis 10) Nadeln versucht, die Erkrankung zu behandeln. Dabei liegt der Patient in der Regel entspannt auf der Liege für die Dauer  von 20 bis 45 Minuten.


Das Akupunktieren selbst schmerzt wegen der verwendeten dünnen Nadeln kaum, es soll aber an den gewählten Punkten ein sogenanntes „DeQi“-Gefühl ausgelöst werden, ein leichtes Ziehen oder ein dumpfer Druck. Löst eine Nadel  einen stärkeren Schmerzreiz aus, der auch durch Zurückziehen nicht aufhört, wird die Nadel aber entfernt. Bitte informieren Sie den behandelnden Arzt sofort, wenn solche starken Nadelsensationen auftreten sollten.


Die Anzahl der Sitzungen ist dabei u.a. von der Dauer der  Störung abhängig, kurzzeitige Erkrankungen erfahren meist nach 3, 4 Behandlungen eine deutliche Besserung, bei chronischen Beschwerden können durchaus mehr als 12, 15 Behandlungen notwendig werden.  Akupunktur führt zu einer Harmonisierung des Energieflusses, die Heilungs-und Regenerierungsfähigkeit des Körpers wird unterstützt, das braucht auch seine Zeit.
Über die Abstände der Sitzungen entscheidet der behandelnde Arzt, meist sind 1x oder 2x wöchentlich ausreichend. In manchen Fällen, akuter Erkrankungen oder starken Schmerzen können aber auch 3 Behandlungen die Woche sinnvoll sein, bei Abklingen der Beschwerden dann in grösseren Abständen.


Manchmal kann auch nach einem Behandlungszyklus und einer längeren Pause eine Auffrischungsbehandlung notwendig und sinnvoll sein, zum Beispiel beim Heuschnupfen vor der  nächsten Frühjahrssaison.


Als Nebenwirkungen der Akupunktur können selten muskelkaterähnliche Beschwerden am Folgetag, sehr selten eine Erstverschlimmerung oder Erschöpfung auftreten. Diese lassen aber  meist am nächsten Tag nach.


Durch das Nadeln sind selten minimale Blutergüsse (blaue Flecken) möglich, vor allem wenn der Patient blutverdünnende Medikamente  einnimmt. Bitte informieren Sie den behandelnden Arzt darüber.


Zusätzlich zu einer Akupunktur kann eine Moxibustion (Erwärmung des Akupunkturpunktes ) direkt oder indirekt durchgeführt werden.           

 

Auch eine anschliessende Schröpftherapie (Gläser mit Sogwirkung auf der Haut über grösseren Muskelgebieten- Nacken, Rücken) kann ergänzend sinnvoll sein. Der Arzt informiert Sie gern über diese Behandlungsform, die aber nicht in der Grundversicherung, sondern nur mit einer Zusatzversicherung Komplementärmedizin verrechnet werden kann.


Falls Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

 




Praxis für Gynäkologie (Frauenarzt)

sowie Akupunktur und Chinesische Medizin (TCM)

Dr. med. Andreas Guggisberg

Thunstrasse 99

3006 Bern